PIXEstL

FAQ – Häufige Fragen

Antworten auf die häufigsten Fragen rund um PIXEstL, Kalibrierung, Farben und Druck.


Farben und Qualität

Meine Farben sehen falsch aus – was tun?

Das ist der häufigste Fehler und hat meist eine dieser Ursachen:

1. Palette nicht oder schlecht kalibriert Die mitgelieferte Beispiel-Palette ist für Bambu Lab PLA Basic kalibriert. Für andere Filamente weichen die Farben stark ab. → Kalibrierung neu durchführen

2. Falsche Filament-Zuweisung im Slicer Jede STL-Datei muss dem richtigen Filament-Slot zugewiesen sein. Der Dateiname verrät die Farbe, z.B. layer-Cyan[...].stl → Cyan-Slot. → Slicer-Anleitung

3. Inkonsistente Beleuchtung beim Kalibrieren Wenn beim Kalibrieren andere Lichtverhältnisse herrschten als beim späteren Betrachten, stimmen die Farben nicht. → Immer dieselbe Lichtquelle (idealerweise ein LED-Panel mit ~6000K) verwenden.

4. Falsches Infill Infill muss auf 100% gesetzt sein. Bei weniger strömt Licht unkontrolliert durch die Hohlräume und verfälscht die Farbwiedergabe.


Wie viele Farben kann ich verwenden?

Das hängt von deiner AMS-Konfiguration ab:

AMS-Konfiguration Max. gleichzeitige Farben Parameter
1 AMS (4 Slots) 4 Farben --color-number 4
2 AMS (8 Slots) 8 Farben --color-number 8
4 AMS (16 Slots) 16 Farben --color-number 16
Theoretisch unbegrenzt Alle Palette-Farben --color-number 0

Mit mehr Farben als AMS-Slots kannst du trotzdem drucken – PIXEstL teilt die Farben in Gruppen auf. Der Drucker pausiert dann zwischen den Gruppen für einen manuellen Filamentwechsel.


Wie lange dauert die Generierung?

Szenario Typische Zeit
100 mm breit, Standardeinstellungen 5–15 Sekunden
150 mm breit, feine Pixel (0.5 mm) 30–60 Sekunden
200 mm breit, sehr fein (0.3 mm) 2–5 Minuten
Sehr großes Eingabebild (> 4K) 15–60 Sekunden

PIXEstL nutzt automatisch alle CPU-Kerne – auf modernen Mehrkern-Prozessoren ist die Generierung deutlich schneller.


Kann ich JPG statt PNG verwenden?

Ja, PIXEstL unterstützt JPG, PNG und WebP. JPG funktioniert gut, solange die Qualitätsstufe hoch ist.

Stark komprimierte JPEGs (erkennbar an sichtbarer Blockbildung) können zu sichtbaren Artefakten in der Lithophanie führen. Im Zweifel die PNG-Version des Bildes verwenden.


Was ist der Unterschied zwischen Farb-Ebene und Textur-Ebene?

Eine Farb-Lithophanie besteht aus zwei übereinanderliegenden Schichten-Systemen:

Ebene Funktion Steuert
Farb-Ebene Erzeugt die Farben durch Stapeln transparenter Filamente (CMYK-Prinzip) Welche Farbe ein Pixel hat
Textur-Ebene Erzeugt das klassische Lithophanie-Relief (dicker = dunkler) Wie hell/dunkel ein Pixel erscheint

Beide Ebenen zusammen ergeben eine vollständige Farb-Lithophanie. Mit --no-color erhältst du eine klassische Graustufen-Lithophanie (nur Textur), mit --no-texture nur eine flache Farbschicht (selten sinnvoll).


Mein Slicer erkennt die Farben nicht richtig

Häufige Ursachen:

Detaillierte Slicer-Anleitung →


Drucker und Hardware

Funktioniert PIXEstL ohne AMS / mit einem anderen Drucker?

Ja! PIXEstL erzeugt Standard-STL-Dateien und ist drucker-unabhängig.

Ohne AMS musst du die Filamente manuell wechseln – zeitaufwändig, aber machbar:

  1. Pausen an den richtigen Schichten im Slicer eintragen
  2. Drucker pausieren lassen
  3. Filament manuell wechseln und Druck fortsetzen

Andere Slicer: OrcaSlicer, PrusaSlicer und Cura funktionieren ebenfalls. Wichtig: Multi-Material-Druck muss unterstützt werden.

!!! tip “Ohne AMS – einfacher Einstieg” Verwende --no-color, um nur eine klassische Graustufen-Lithophanie zu erzeugen. Diese benötigt nur weißes Filament und keinen Farbwechsel.


Welche Filamente eignen sich?

Transparente oder transluzente Filamente aus PLA oder PETG sind ideal.

Eigenschaft Geeignet Weniger geeignet
Transparenz Transparent / transluzent Opak / deckend
Material PLA, PETG ABS, TPU
Oberfläche Glatt (Standard PLA) Matt (streut Licht zu stark)

Empfehlung: Bambu Lab PLA Basic (Transparent) liefert sehr gute Ergebnisse.


Welche Nozzle-Größe wird empfohlen?

Eine 0.2 mm Nozzle liefert die besten Ergebnisse. Eine 0.4 mm Nozzle funktioniert ebenfalls, sollte aber mit gröberen Pixel-Einstellungen kombiniert werden (--color-pixel-width 1.0).


Technische Fragen

Was bedeutet “additive” vs. “full” Pixel-Methode?

Methode Prinzip Wann verwenden?
additive (Standard) Transparente Farbschichten werden gestapelt. Durch Mischung entstehen viele Farbtöne. Fotos und Bilder mit Farbverläufen
full Jeder Pixel besteht aus nur einer einzigen Filamentfarbe – keine Mischung. Einfache Logos mit wenigen satten Farben

Muss ich Weiß als Filament haben?

Im additiven Modus (Standard) ja – Weiß ist Pflicht. Es füllt die Pixel-Schichten auf, die keine andere Farbe benötigen, und sorgt für gleichmäßige Dicke.

Im full-Modus ist Weiß optional (dann nur als weitere Farboption).


Wie groß werden die STL-Dateien?

Einstellung Auswirkung auf Dateigröße
--color-pixel-width kleiner Viel größere Dateien
--texture-pixel-width kleiner Größere Textur-STL
--format binary 50–80 % kleiner als ASCII
Lithophanie-Breite größer Proportional mehr Geometrie

Typische Gesamtgröße: 20–100 MB (ASCII), 5–20 MB (binary).


Kann ich eine Lithophanie auch als Zylinder oder Lampenschirm drucken?

Ja! Mit dem Parameter -C (oder --curve) krümmst du die Lithophanie:

# Halbzylinder (steht frei aufgestellt)
pixestl -i foto.jpg -p palette.json -o out.zip -w 200 -C 180

# Vollzylinder (Lampenschirm)
pixestl -i foto.jpg -p palette.json -o out.zip -w 300 -C 360

Warum ändert sich die Qualität nicht, wenn ich ein größeres Bild verwende?

Die physische Auflösung der Lithophanie ist durch --color-pixel-width begrenzt, nicht durch die Bildauflösung. Bei 100 mm Breite und 0.8 mm Pixelbreite gibt es nur 125 Pixel in der Breite – egal ob das Eingabebild 500 oder 4000 Pixel breit ist.

Größere Bilder sorgen nur für etwas besseres Antialiasing beim Herunterskalieren – ein 4000-Pixel-Bild ist hier kaum besser als ein 1000-Pixel-Bild.

Empfehlung: Bilder zwischen 500 und 2000 Pixeln Breite für optimale Rechenzeit.


Warum brauche ich --color-layer-thickness? Kann ich das ignorieren?

Im Normalfall (0.10 mm Schichthöhe im Slicer) kannst du den Standardwert verwenden.

Wenn du eine andere Schichthöhe verwendest (z.B. 0.08 mm), musst du:

  1. Eine neue Palette für diese Schichthöhe kalibrieren
  2. --color-layer-thickness 0.08 beim Aufruf setzen

Die Kalibrierungswerte gelten exakt nur für die gemessene Schichthöhe.


Nächster Schritt

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